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Alvier und Margelchopf 3./4. Juli 2017

Um 10 vor acht kommen wir in Oberschan an und im Wissen, dass das Kurhaus Alvier montags Ruhetag hat, versuchen wir den Kaffeeglust im Rössli zu stillen. Aber wir werden nur durch die offene Haustüre mit giftigem Hundegebell empfangen. Also hinauf zur Talstation. Auch hier sind wir erst einmal nicht willkommen, heute ab 8 Uhr beginnen Revisionsarbeiten. Weil dies nirgends angekündigt war, wählen wir die angegebene Telefonnummer.Wir haben Glück. Weil es erst 3 Minuten nach acht ist, dürfen wir die Bahn noch benutzen.

Bei der Bergstation wandern wir gleich los. Auf schönem Wanderweg gehts über Purlifenz zum Schnapsgrotzen, dann 800 Meter auf Hartbelag bis zum Einstieg in den Türlerweg, den wir der Nässe wegen dem Vormsweg vorziehen.In gleichmässiger Steigung gehts unterhalb der Felsen durch, dann über eine Brücke und nach 1¾ Std  haben wir Stofel auf der Schaneralp erreicht. Die Hühner und Hunde draussen sehen so glücklich aus, dass wir fragen, ob wir hier einen Kaffee trinken können. Freudig werden wir in die gute Stube eingeladen, wo uns vom Südtiroler Alphirt lächelnd ein feiner Kaffee serviert wird, während sein Sohn uns mit Musik auf seinem Örgeli unterhält. Die Hirtenhunde liegen im Türeingang und scheinen an der Musik Gefallen zu finden.  Welch ein gemütlicher Aufenthalt!

Nach diesem überaus gemütlichen Znünihalt gehts weiter. Immer noch ist rundum alles nebelverhangen, aber wenigstens fällt kein Regen. Wir wandern durch ein Meer von Alpenrosen in 2 Stunden hinauf zum Alvierseeli, das immer noch schneegekühlt ist, also nichts mit Baden. Nach kurzem Aufstieg erreichen wir den Barbielergrat und die letzten sehr steilen 300 Hm läuft jeder und jede nach eigenem Gutdünken dem Gipfel zu. Um 14.45  sitzen alle 5 vor der Alvierhütte bei Kaffee und Kuchen. Nur wir und 2 weitere Gäste werden diese Nacht hier verbringen.Um 18 Uhr gibts Abendessen, eine delikate Tomatensuppe, Kartoffelgratin und eine geräuchte Wurst, anschliessend ein Dessert. Jetzt warten wir auf den Sonnenuntergang, der im Hochsommer erst um 21.20 stattfinden soll. Bis dahin vergnügen wir uns mit dem Feiglingwürfeln. Zum Sonnenuntergang treibt der Nebel weiterhin sein Possenspiel, aber wenigstens ist kurzzeitig ein Teil des roten Feuerballes im Wolkenspiel zu sehen. Bald wird es richtig kalt. Jedermann sucht nochmals das aussichtsreiche, aber etwas entfernte stille Örtchnen auf, in der Hoffnung, diesen Gang erst am Morgen wieder zu machen. Im bequemen Matratzenlager lässt es sich gut schlafen, kein Schnarchen ist zu hören.

Nach feinem Frühstück verlassen wir um 8 Uhr die Alvierhütte und die sympathische Wirtin. Wir steigen den steilen, rotweiss markierten Pfad hinunter ins Aferiloch. Ein steiles Schneefeld muss noch traversiert werden. Doch die guten Geister in unserem Trupp schlagen Stufen. Staunend sehen wir uns Steine und eine Felswand an mit Versteinerungen. Immer weiter gehts abwärts bis zum schönen Alpstall von Malschüel Obersäss auf 1777 Metern. Nachdem wir uns noch weiter abwärts an einer Mutterkuhherde mit Muni vorbeigeschlichen haben, ist endlich wieder aufsteigen angesagt. Zwischen Chöpf und Berglihalden erreichen wir Obersäss.

Die 250 Hm hinauf auf Glanna führen durch ein einzigartiges Blumenparadis mit sehr vielen Männertreu, roten und dunklen. Auch die wilde Hochebene von Glanna mit ihren Seen und tiefen  Spalten ist einzigartig.Während ein Teilnehmer noch den schönen Glannachopf besteigt, halten wir Mittagsrast. Auf dem Isisizgrat trennen wir uns. Zwei Sprinter kraxeln noch hoch zum Margelchopf, wo sie als Belohnung Edelweiss bestaunen dürfen. Anschliessend steigen sie über Oberlänggli und Unterlänggli zum Voralpsee ab.

Wir anderen drei steigen ganz gemütlich über den Schlösslichopf nach Inggernast ab und danach auf dem durch Viehauftrieb recht ungemütlichen Weg hinunter zum Voralpsee, wo wir gleichzeitig mit den Kollegen eintreffen. Im Kurhaus Voralp geniessen wir den Abschiedstrunk und fahren im Bus die kurvenreiche Bergstrasse hinunter nach Grabs und über Sargans heim ins Oberland.

Statistik:
Aufstiege/ Abstiege/ Distanz: 1720 (1570) / 1810 ( 1660 ) / 19 Km
Wanderzeit 1. Tag: 4¾ – 5½ Std
2. Tag: 7 Std.
Witterung: teils nebelverhangen, aber trocken, 2.Tag sonnig
Kosten HP: 56.00 Fr
Reise: ca. 33.00 Fr.
TeilnehmerInnen: 5

Gibswil, 5. Juli 2017
Ella Gnehm