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Bergtour Gitschen 2513m – 17. August 2017

Am 28. September 2008 rekognoszierte ich die Gitschentour und hatte sie seither fast jedes Jahr in unser Jahrespogramm aufgenommen. Sieben Mal musste ich sie absagen, meist wegen schlechtem Wetter, einmal auch aus gesundheitlichen Gründen.

Heute sind wir endlich unterwegs! Nach der Anfahrt mit PWs ins Chlital und der luftigen Fahrt mit der Seilbahn zur Gietisflue 1393m beginnen wir um 7:45 Uhr den Aufstieg Richtung Gitschen. Auf dem steilen Bergweg gewinnen wir schnell an Höhe. Einmal queren wir eine Schutzhund-Alpweide, sehen jedoch weder Hund noch zu schützende Tiere. Auf der Alp Oberberg pausieren wir bei Kaffee und kalten Getränken. Die Älplerin würde uns gerne Älplermakronen zubereiten, dazu ist es aber definitiv zu früh.

Weiter geht’s steil aufwärts entlang einer Schafweide. Da auch hier ein Schutzhund arbeitet, ist der Aufstiegsweg so verlegt worden, dass er das Weidegebiet nicht kreuzt. Auf etwa 2200m sind wir auf der Schulter, ab da führt die Route am Fusse der senkrechten Gipfelfelswand entlang durch die Ostflanke. Die Flanke, die von Flüelen aus betrachtet so unheimlich steil erscheint, dass man sich nicht vorstellen kann, dass da ein relativ guter Pfad hindurch führt. Und hier gibt’s sogar eine mit Bänklein möblierte Biwakhöhle, die zur Znünipause einlädt.

Kurz danach wechselt die Route auf die Südflanke und führt über leichte Kraxelstellen zum Gitschengrat hinauf. Hier wird’s etwas exponiert, weil aber von Osten Nebelschwaden heraufziehen, ist die Exponiertheit nicht so offensichtlich. Am Grat ist an einer Stelle ein Sicherungsseil angebracht. Und in der darauf zu querenden Flanke montieren wir eine 30m Reepschnur. Um 11:45 Uhr gratulieren wir uns zum Gipfelerfolg.

Nach kurzer Mittagspause steigen wir über den Grat zurück, dann aber nicht auf der Südflanke ab, sondern gehen auf der weiss-blau-weiss markierten Route zur Musenalp. Zuerst nochmals kurz und steil aufwärts, dann in der 2km langen Geröllflanke zu P1988, wo wir auf die Route vom Urirotstock treffen, die einige von uns von den ersten Urner Alpenkranz-Etappen kennen.

Nach einer letzten Pause steigen wir nochmals steil abwärts. Die Querung des Firnbachs ist abenteuerlich. Ohne die montierte Kette kämen wir gar nicht hinüber.

Kurz vor dem Ziel rutscht eine Teilnehmerin aus und verstaucht sich den kleinen Finger der rechten Hand. Gerade jetzt, beim Schreiben dieses Berichts, erhalte ich die Meldung, dass es mehr als eine Verstauchung sei: Der Mittelhandknochen ist gebrochen! Schnelle und vollständige Heilung wünsche ich ihr.

Auf der Musenalp löschen wir unseren Durst (herzlichen Dank dem Spender), kaufen noch Alpkäse und gondeln dann in der offenen Seilbahnkiste ins Chlital hinunter. Zwei Unentwegte steigen zu Fuss ab und erreichen die 300 Hm tiefer gelegene Talstation gleichzeitig mit der ersten Luftfracht!

Nach weiteren 2km auf der Chlitalstrasse verabschieden wir uns beim Kleinbergli und fahren mit den PWs nach Hause.

Wir sind uns einig: Sieben Mal absagen, das war ziemlich frustrierend! Aber der achte Versuch hat sich mehr als gelohnt!
18. August 2017       Tourenleiter: Hansruedi Keller

Kosten:
Autoanteil: Fr. 25.-, Seilbahnen: Fr. 15.-, TL-Beitrag Fr. 5.-

Witterung:
Schön mit leichter Quellbewölkung

Statistik:
12 km; +/- 1300 Hm; 6¼ Std.

Teilnehmende: 7