Print Friendly, PDF & Email

Gonzen und auf dem Schluchtenweg durchs Geissbergtobel – 11. September 2017

Ersatztour fürs verschneite Stätzerhorn

Leider ist die Grattour übers Stätzerhorn wegen Schnee nicht machbar. So weichen wir auf eine dem Wetterbericht angepasste Wanderung aus, die jederzeit abkürzbar ist.

Mit Zug und Bus gehts nach Ragnatsch, im Bus mit einer interessanten Billetdiskussion mit einer Kontrolleurin, die behauptet, die Tageskarte sei nur eine Stunde gültig. Mit der Seilbahn steigen wir mühelos die ersten 1250 HM auf, hoch über den Wasserfällen des Ragnatscherbaches. Und weil das so einfach ging, gönnen wir uns im Berghaus Palfries gleich noch einen Startkaffee.

Um viertel vor neun gehts los, erst hinüber zum Chamm, dann über bedenklich matschige Wege zur Alp Folla und auf dem Gratweg auf den Gonzen. Das Wetter wid immer sonniger, nur der Wind bläst giftig um die Köpfe und lässt sogar den Pferden auf der Alp die Mähnen zu Berge stehen. Um 10 Uhr kann uns Werni ins Gipfelbuch eintragen, und wir machen uns auf den Abstieg, ziemlich vorsichtig auf dem teils rutschigen Grat. Ab der Alp Folla benutzen wir die Alpstrasse bis zum Berghaus Gonzen. Es ist das erste Mal, dass ich dieses geöffnet vorfinde. Auf der aussichtsreichen Sonnenterrasse geniessen wir einen Durstlöscher und kaufen Alpkäse. Man kann hier auch übernachten, sieht sehr einladend aus.

Weiter gehts abwärts durch rutschige Wiesen bis Rungg. Hier folgen wir dem Wegweiser zu der Hängebrücke über den Lochbach. Von dieser sind aber  leider nur noch die Fundamente zu sehen. Vor dem mit Holzträmeln gezähmten  Trübbach  halten wir Mittagsrast im herrlichen Sonnenschein. Auf gutem Weg erreichen wir den Schnapsgrotzen, bevor es wieder etwas rutschiger hinunter zum Kurhaus Alvier geht.

Wir beschliessen, nicht mit der Bahn hinunter zu fahren und diese 5 Franken in den Schlusstrunk zu investieren. Erst auf Hartbelag, nachher glücklicherweise wieder auf schönem Wanderweg kommen wir an einen Tümpel des Mülbachs, wo wir die lehmigen Schuhe reinigen können. Bald darauf erreichen wir die ersten Häuser von Oberschan, eine alte Mühle mit elektrifiziertem Wasserrad. Da am Bachlauf gebaut wird, kann man hoffen, dass das Rad später wieder mit Wasserkraft angetrieben wird.

An schönen Brunnen vorbei wandern wir durchs Dorf, an dessen Ende wir auch als Fussgänger eine unnötige Umleitung in Kauf nehmen müssen. Durchs Schaner Riet und an Militärübungsplätzen vorbei kommen wir nach Plana und zum Einstieg ins Geissbergtobel, ausgeschildert als Seveler Schluchtenweg. Wir tauchen ab in  eine wilde Landschaft, Urwald, riesige Felsbrocken, das Rauschen des Sevelerbaches, umgestürzte Bäume, Hirschzungenfarn und über die Felsen fällt ein Vorhang aus meterlangen Efeuranken, dazu der gut gesicherte Wanderweg. Wir lassen uns Zeit.

Am Ende der Schlucht müssen wir nur noch dem Wingertweg folgen und schon sind wir an der Haltestelle Rathaus. Glücklicherweise ist der Bus vor drei Minuten abgefahren, so können wir uns unter die Sonnenbräu-Sonnenschirme des Restaurant Sevibräu setzen und den Durst löschen. Um 16 Uhr sind wir wieder an der Haltestelle. Der Bus fährt Mo bis Fr im Halbstundentakt.. Mit Bus und Bahn gehts wieder ins Zürcher Oberland

Witterung:
Windig, sonnig, trocken

Wanderzeit:
ca 6 Stunden

Statistik:
Aufstiege 300 Hm / Abstiege 1550 Hm
Distanz 17 Km

Kosten:
SBB und Bus  ca 30.00 Fr.
Seilbahn 15.00 Fr.
TL 5.00 Fr.

Teilnehmende:  7