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Urner Alpenkranz Etappen 28-30 Sustenbrüggli – Arnisee Donnerstag – Samstag, 27. – 29. Juli 2017

Donnerstag, 27. Juli 2017

Wegen Schnee auf dem Guferjoch ist die Etappe vom Sustenpass zur Sustlihütte nicht möglich. Wir beginnen deshalb die Tour einen Tag später beim Sustenbrüggli an der Sustenpassstrasse. Die öV-Anreise ist etwas umständlich: Umsteigen in Pfäffikon SZ (Bahnersatzbus), Samstagern, Arth-Goldau, Erstfeld und Wassen. Für eine Teilnehmerin sogar abenteuerlich: Sie verpasst das Umsteigen in Wassen, fährt nach Göschenen… Treffunkt siehe unten.

Nach dem Kaffeehalt im Restaurant Sustenbrüggli 1907m (beliebter Töfftreff, zurzeit jedoch nicht ein einziger Motorradfahrer) beginnen wir um 10 Uhr bei leichtem Regen den Aufstieg über den Leiterliweg zur Sustlihütte SAC 2257m. Bald lässt der Regen etwas nach und wir erreichen die Hütte um 11.15 Uhr. Durst löschen und Rüeblisuppenzmittag ist in der gemütlichen Hütte angesagt.

Um 12.15 Uhr machen wir uns auf den Panoramaweg über die Seelenen und die Chanzelflue nach Gemschen. Wegen der starken Bewölkung ist leider vom Panorama nicht viel zu sehen. Die folgenden 600 Hm geht’s steil hinunter zum Gorezmettlenbach an der Sustenpassstrasse. Hier teilen wir uns in zwei Gruppen auf. Eine Dreierdelegation fährt mit dem Postauto nach Meien, um dort auf die „Verlorene“ zu treffen und mit ihr dann etwas später zur Sewenhütte SAC 2150m aufzusteigen. Wir andern steigen direkt, jetzt bei fast sonnigem Wetter, zur Hütte hinauf. Kurz vor 17 Uhr kommen wir an, eine Stunde später sind wir alle wieder zusammen. Das Nachtessen ist gut, aber weil die SAC-Sektion Bern hier ein Familienbergsteigerlager durchführt, ist ein ziemlicher Lärmpegel nicht zu vermeiden.

Freitag, 28. Juli 2017

Start um 8.30 Uhr bei leider immer noch geschlossener Wolkendecke. Um 10.20 Uhr stehen wir auf dem Rot Bergli, dem Übergang auf 2407m ins Gornerental. Einen Augenblick lang drückt die Sonne durch, aber bald nach dem kurzen Znünihalt geraten wir in dichten Nebel, der uns bis weit hinunter ins Tal begleitet. Der Abstieg ist etwas heikel, führt durch steile Flanken, manchmal durch hohes, nasses Gras, sodass jeder Tritt vorsichtig aufgesetzt werden muss. Die Überquerung des Miesplanggenbachs ist eine kleine Mutprobe. Und immer wieder passen wir auf, dass wir uns in dem dichten Nebel nicht verlieren. Schliesslich kommen wir aber gut unten am Gornerbach an. Um 13.30 Uhr halten wir Mittagsrast, aber nicht lange, es ist unangenehm fröstelig bei diesem Nebel. Nach Grueben, wo die Wasserfassung des Kraftwerks Gurtnellen erneuert wird, geht’s steil hinab entlang der ebenfalls erneuerten Druckleitung bis auf 1120 m, wo die Querung nach Gurtnellen beginnt. Bald löschen wir im Gasthaus Bergheim unseren Durst und steigen dann die paar Meter zu unserer Unterkunft in der Bergheimatschule Gurtnellen auf.

Wir werden herzlich empfangen, dürfen die nassen Sachen im Trocknungsraum deponieren, können wohltuend duschen und sitzen bald bei Kaffee und Kuchen zusammen. Die beiden Buben sind beim Nachtessen für den Service zuständig. Professionell informieren sie uns vor jedem Gang – und sie haben zu tun: Nach einem grossen Teller Sülzli folgt der Salat, dann als Hauptgang Speck und Bohnen und zum Dessert ein Himbeerfrappé. Mit Jassen und Erraten von Urner-Mundartausdrücken vergeht der Abend im Nu. Da wir morgen einen strengen Aufstieg vor uns haben, gehen wir schon um 22 Uhr schlafen, obwohl hier nicht die SAC Nachtruhezeiten gelten.

Samstag, 29. Juli 2017

Nachdem die beiden Jungs mit frischem Brot und Zopf aus dem Dorf zurück sind, wird uns ein fürstliches Frühstück serviert. Um 8 Uhr müssen wir uns von der gastfreundlichen Familie verabschieden und beginnen den 1100 Hm Aufstieg zu den Lawinenverbauungen am Geissberg. Besonders zwischen dem Schwarzberg und dem Schnuerstock führt der Weg durch richtiges Heideland. Man könnte sich vollstopfen mit Heidelbeeren, wenn da nicht der Zeitdruck des langen Weges wäre. Bei der Alp Wildampferen halten wir eine kurze Mittagsrast und Dreiviertelstunden später löschen wir unseren Durst in der Schindlachtalhütte 1984m. Der Durst ist gross, heute sind wir nämlich bei schönstem Julisommerwetter unterwegs.

Weiter geht’s auf dem fantastischen Höhenweg, wo wir bei den zwei Bänklein mit grandiosem Panorama einen letzten Trinkhalt machen. Nun folgt noch der Abstieg zum 500 Hm tiefer gelegenen Arnisee. Nochmals Durstlöschen, etwas Käse einkaufen und schon beginnt die ziemlich aussergewöhnliche Heimfahrt: Seilbahn nach Intschi, Bus nach Erstfeld, Bahn bis Arth-Goldau. Ab da geht’s auf verschiedenen Routen heimwärts, z.B. über Zürich nach Rüti, oder über Biberbrugg und Bahnersatz nach Uznach und weiter mit Bahn nach Rapperswil, Bubikon, Hombrechtikon oder über Biberbrugg nach Schindellegi und mit Bus nach Pfäffikon SZ.

  1. Juli 2017 Tourenleiter: Hansruedi Keller

Kosten:
Reisekosten ca. Fr. 60.-
HP Sewenhütte: Fr. 61.- (73.-) + Konsumationen
HP Bergheimatschule Gurtnellen: Fr. 76.- all incl.
Konsumationen Sustenbrüggli, Sustlihütte, Schindlachtalhütte und Arnisee individuell.
TL-Beitrag Fr. 15.-

Witterung:
1. Tag Regen, 2. Tag Nebel, 3. Tag Sonne

Besonderes:
Für die verbleibenden 5 Etappen auf dem Urner Alpenkranz wünschen wir uns pures Postkartenwetter.

Statistik:
32 km; +2’500/-3‘050 Hm; 19 Std.

Teilnehmende: 12