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Von Samedan dem Inn entlang und über den Albulapass nach Tiefencastel 13. Juli 2017

Nach einer wunderbaren Fahrt mit der Rhätischen Bahn auf der viel gerühmten und beeindruckenden Albulastrecke, steigen wir um 09:45h in Samedan aus dem Zug. Da wir uns schon im Zug beim «Wägeli» mit Kaffee versorgt haben, geht die Fahrt gleich los. Über Naturstrassen folgen wir dem Inn, der mal grün, mal eher braun neben uns fliesst. Das Engadin präsentiert sich uns in seiner ganzen Blumenpracht.
Bereits um 10:30h stehen wir in La Punt und mustern die hinter dem Bahnübergang sofort steil ansteigende Albula Passstrasse. Die ersten Kehren sind die schlimmsten, sagen wir uns und steigen beherzt in die Pedale. Nicht alle meistern diese Steigung unbeschadet, aber was soll’s: wir haben den ganzen Tag Zeit. Wir machen immer mal wieder Pause und bewundern die Blumen und die Aussicht.
Auf dem Pass empfängt uns ein ungewohnt kühler Wind und wir sitzen gerne in den gemütlichen Gastraum des Hospizes und lassen es uns bei einem feinen Menü gut gehen. Mit der Aussicht auf Kuchen und Kaffee in Bergün schwingen wir uns wieder in den Sattel. Von nun an gehts bergab, erst etwas zögerlich, dann rasanter. Anfangs ist es empfindlich kühl, wird aber schnell wärmer, je weiter hinunter wir kommen. Natürlich machen wir einen kurzen Abstecher zum idyllischen Lai da Palpuogna. In Bergün ist es richtig warm, so dass wir Kaffee und Kuchen in der Gartenwirtschaft geniessen können. Ein Einwohner fragt uns, ob wir über den Albula gekommen seien, was wir stolz bejahen. Das mache er öfters fügt er an: von Bergün über den Albula und zurück über den Flüela. Na Prost!
Nach Filisur schwenkt die Radroute 6 nach links in den Wald ab und wir folgen auf Waldpfaden der Albula. Leider verpassen wir den Punkt wo wir wieder auf die andere Flussseite und zur Strasse hätten abbiegen müssen und landen so zu guter Letzt auf einem Bergweg. Unsere Velotour mutiert zu einem abenteuerlichen Bike Unternehmen. Über «Singletrails» und Treppen kämpfen wir uns durch den Wald. Es ist schön und romantisch, aber wir sind doch froh, als wir die Kirchturmspitze von Tiefencastel vor uns auftauchen sehen. Eine Stunde später als geplant steigen wir in den Zug und stellen fest, dass wir nicht die einzigen Fahrgäste mit Rädern sind. Leider hat die Rhätische Bahn noch nicht begriffen, dass der Mountainbike- und Fahrradtourismus zunehmen und so steht uns eine ungemütliche Fahrt nach Chur bevor. Immer darauf bedacht, dass wir nicht samt Velos umfallen, stehen wir, wenigstens zusammengepfercht, auf der Ein- und Aussteigeplattform den ein- und aussteigenden Passagieren im Wege. Die Heimreise ab Chur gestaltete sich wesentlich angenehmer und so landen wir zufrieden und aufgestellt wieder im Züri Oberland resp. in Zürich.

Tourenleitung: Erika Senn