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Bergtour Cima dell’Uomo, 7./8. Oktober 2021

„Missverständnisse“ zwischen dem Ostello Curzútt und der Reservationsstelle (Hotel Cereda in Sementina) führten dazu, dass ich einen Tag vor der Tour umplanen musste. Und es kam so, wie schon oft bei unverhofften Änderungen: Es ergab sich dadurch eine bessere Variante der Tour!

Gut hatte ich Sitzplätze von Arth-Goldau bis Bellinzona reserviert, der Zug ist total besetzt. In Bellinzona wartet das bestellte Taxi und bringt uns hinauf bis zur Kapelle San Defendente auf 631m. Hier beginnen wir um 10:30 Uhr den Aufstieg durch den üppigen Kastanienwald zur Ponte Tibetano Carasc. Die 270 m lange Hängebrücke überspannt das Valle di Sementina in 130 m Höhe. Um 12 Uhr machen wir bei der Kirche San Bernardo Mittagshalt. Eine Stunde später bringt uns die Luftseilbahn von Curzútt hinauf nach Mornera, wo wir im Grotto zur Kaffeepause einkehren. Zutritt nur nach Vorweisung des Covidzertifikats, samt Ausweis!

Um 14 Uhr beginnen wir den Aufstieg von Mornera 1344m zur Capanna Albagno. Auf dem Bergweg durch den Wald auf der SW-Flanke der Cima della Pianca steigen wir in einer guten Stunde hinauf zu P1705m. Da wechseln wir auf die NE-Flanke, in der uns ein stürmischer und kalter Nordwind empfängt. Die Capanna Albagno 1870m erreichen wir ziemlich ausgekühlt kurz vor 16 Uhr.

Obwohl mir bei der Reservation mitgeteilt wurde, dass die Hütte nicht bewartet sei, ist die Hüttenwartin doch da, weil Probleme bei der Stromversorgung aufgetreten seien. Das Covidzertifikat muss auch hier vorgewiesen werden. Bald einmal beginnen wir mit der Zubereitung unseres mitgebrachten Abendessens: Bündner Gerstensuppe, Randen- und gemischter Salat, Tomatenspaghetti. Und zum Dessert die exzellente Nusstorte von Koni.

Auch hier gilt Nachtruhe um 22 Uhr. Der Nordföhn bläst noch immer kräftig, ein Öffnen der Fenster ist wegen der Zugluft nicht möglich. Der Wind lässt während der Nacht nach.

Morgenessen steht um 7 Uhr bereit: Käse, Butter, Konfi, Brot, Kaffee und Tee, von allem mehr als genug, herzlichen Dank.

Um 8 Uhr sind wir bereit für den Aufstieg zur Cima dell’Uomo. Auf der Bocchetta d’Erbea führt ein schmaler Durchgang in ein steiles Couloir, welches mit Ketten und Eisentritten gesichert und darum gut zu begehen ist. Der NE-Flanke der Cima d’Erbea entlang geht’s zur Bocchetta della Cima dell’Uomo 2277m, von wo der Weg durch die SW-Flanke auf die Cima dell’Uomo 2390m führt. Um 10:20 Uhr gratulieren wir uns zum gelungenen Aufstieg. Seit Beginn der Corona Pandemie war das leider nur selten möglich. Umso mehr geniessen wir es heute. Und das Panorama ist fantastisch. Nur im Süden ist etwas Dunst, sonst präsentieren sich die verschneiten Gipfel vom Gran Paradiso über die Walliser-, Berner-, Innerschweizer-, Bündner-, Österreicher- und Italienischen Alpen, einfach rund um uns herum.

Der Abstieg entlang der Aufstiegsroute dauert bis zur Capanna Albagno 1¾ Stunden. Hier gönnen wir uns eine längere Pause, begleichen die Rechnung und machen uns um 14 Uhr an den Abstieg bis Mornera. Ohne Wartezeit können wir da gleich die nächsten zwei Seilbahnkabinen benützen und sind um 15:40 Uhr unten in Monte Carasso, von wo uns wenige Minuten später der Bus nach Bellinzona bringt. Richard konsultiert hier den Belegungsstatus für den IC21 nach Arth-Goldau. Nur in der vordersten Zugskomposition ist nicht volle Belegung angezeigt – wir finden also alle einen Sitzplatz und nehmen dafür den langen Umsteigeweg in Arth-Goldau gerne auf uns. In Pfäffikon SZ verabschieden wir uns.

Ruth und ich waren vor 25 Jahren mit dabei, als wir während der Woche „Die steilen Berge vom Tessin“ erstmals die Cima dell‘Uomo erreichten. Es ist schön, ein zweites Mal oben gewesen zu sein. Und wir sind uns einig: Die Berge im Tessin haben ihren besonderen Charakter.

  1. Oktober 2021 Hansruedi Keller

Kosten:
öV: individuell
Sitzplatzreservation, Taxi, Seilbahnen, Halbpension (Selbstkocher),Getränke in der Hütte und TL-Beitrag: Fr. 67.-
Übernachtung: Fr. 20.- (nicht SAC Fr. 25.-)

Wetter:
Donnerstag: leicht bewölkt, am Nachmittag starker Nordföhn
Freitag: schön, wärmer bei nur leichtem Wind, gute Fernsicht

Statistik:
16.5 km; +1540/-1560 Hm; 9.5 Std.

Besonderes:
Alle haben mitgeholfen: Lebensmittel einkaufen und zur Hütte hochtragen, kochen, abwaschen u.a. Herzlichen Dank.

Teilnehmende: 9