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Bergtour Hoch Geissberg, 2. August 2018

Hitzewelle Anfangs August 2018: Gerne würde ich eine solche Bergtour schon vor Tagesanbruch starten. Da wir nicht genügend Auto-Transportkapazität zur Verfügung haben, reisen wir mit der frühest möglichen öV-Verbindung an und sind um 8:15 Uhr in Brüsti bereit.

Fast 200 Hm geht’s zuerst einmal hinunter zur Waldnacht, wo der eigentliche Anstieg beginnt. Schweisstreibend wird es, zwar wird die Sonne öfters von Wolken verdeckt, trotzdem bleibt es schwül-heiss. Und es braucht einige Pausen und viel Flüssigkeitsnachschub. Immer wieder blicken wir hinüber zum Gitschen, auf den Urnersee, auf die Schwyzer Berge und auf das allerletzte Teilstück des Urner Alpenkranzes vom Surenenpass zur Brüsti.

Um 12:35 Uhr ist für die schnellsten das Ziel erreicht. Eine halbe Stunde später bin ich als letzter auch oben (die Hitze nötigte mich zu einer längeren Pause). Die Wolkendecke im Süden lichtet sich für einen Augenblick, es reicht gerade für einen Blick hinunter ins Erstfeldertal und hinauf zum Glatt Firn, den wir auf dem Urner Alpenkranz demnächst traversieren werden.

Nach kurzer Gipfelrast beginnen wir den Abstieg, bis zum Geissberggrätli entlang der Aufstiegsroute. Nun folgt ein steiler Abstieg ins Wanneli hinunter. Über Karrenfelder kommen wir bald auf die Schafweiden des Wanneli. Der Pfad führt am Wannelihorn vorbei hinab zur Bogglialp. Leider kommt der Älpler erst gerade zur Alp zurück, als wir schon wieder weiter wollen. Mit Kaffee wird es also nichts, es reicht gerade noch für einen kurzen Schwatz mit ihm.

Es folgen die letzten 400 der insgesamt 1300 Hm Abstieg. Um 16:45 sind wir bei der Bergstation der Kleinstseilbahn Wilerli. Überrascht sind wir, dass das Fahrgeld einfach in ein Kässeli gesteckt werden kann, dass sogar eine Schachtel mit Wechselgeld bereit liegt, und dass die Bahn direkt aus der kleinen Kabine aus in Gang gesetzt werden kann. Nicht alle fühlen sich wohl in der offenen Kabine, aber in drei Fahrten sind alle unversehrt im Tal. Leider erscheint das bestellte Taxi führt die Fahrt nach Erstfeld lange nicht. Die zufällig anwesende Wilerli-Bauernfamilie bringt uns mit zwei Autos zum Bahnhof. Der Bauer informiert uns auch, dass die Route vom Hoch Geissberg zum Wilerli aus Geldmangel nicht mehr unterhalten werde. Das erklärt auch, dass die Markierungen etwas verblasst sind, und an einigen Stellen die abgerutschten Wege nicht saniert sind.

Nach dem Durstlöschen mit urchigen Stammtischgesprächen mit einem Schächentaler, einem halben Schächentaler und einem „Ättinghüserer“ beginnen wir die Heimreise um 18:34 Uhr

  1. August 2018,  Hansruedi Keller

Kosten:
öV: Halbtaxs: ca Fr. 30.- Seilbahnen und Taxi: Fr. 24.- TL-Beitrag: Fr. 5.-

Witterung:
Schwülheiss, keine Gewitter

Statistik:
9.1 km; +1070 / -1520 Hm; 8 Std.

Teilnehmende: 7