Forstberg – Druesberg · 15. September 2026

Die Verschiebung der Tour auf einen herbstlichen Hochdrucktag hat sich vollkommen gelohnt. Bei absolut wolkenlosem Himmel und grossartiger Fernsicht traten wir zu dritt die öV-Anreise nach Weglosen an. Von dort schwebten wir mit einer modernen Luftseilbahn nach Seebli im Hoch-Ybrig hoch. Nach nur wenigen Schritten machten wir es uns bereits wieder bequem: Der Sternen-Sessellift brachte uns direkt auf die Bergstation auf 1812 m ü. M. Da Dienstag Aktionstag ist, waren die Tickets für günstige CHF 25.– zu haben. Ansonsten werden stolze CHF 40.– verlangt. Dieser reguläre Preis bewegt den einen oder anderen dazu, direkt von ganz unten loszulaufen – was allerdings eine enorme Kondition erfordert, da bei beiden Gipfelbesteigungen rund 1500 Höhenmeter zu meistern sind.

Oben angekommen, genossen wir zuerst Kaffee und feines Gebäck, während wir bei prächtiger Aussicht die ersten Fotos schossen. Bald darauf war jedoch volle Konzentration gefragt: Der Pfad war sehr glitschig, und die Schuhe rutschten immer wieder unerwartet weg. Entlohnt wurden wir für die Mühe mit einem grandiosen Panorama auf dem ausgesetzten Grat Richtung Forstberg. Die Kettenpassage in der Nordflanke hatte es allerdings in sich: Die Steinplatten waren äusserst rutschig und verlangten unsere vollste Wachsamkeit.

Erst nach zwei Stunden – was für uns eher ungewöhnlich ist – legten wir den ersten grossen Zwischenstopp ein, da bereits die Mittagszeit angebrochen war. Hier auf dem Gipfelplateau (2217 m ü. M.) zogen wir bei einer umwerfenden Rundsicht unseren Proviant aus dem Rucksack. Wir staunten über die Alleingänger auf dieser doch anspruchsvollen Route. Ein Pärchen wählte sogar die Gegenrichtung – was den Abstieg im kettengesicherten Felsgelände definitiv nicht einfacher macht.

Danach stiegen wir ab in die Chätzeren (2108 m ü. M.), um anschliessend über weitere ausgesetzte Kettenpassagen und die grasige Nordflanke Richtung Druesberg zu wandern. Mit zunehmend schweren Beinen bezwangen wir die letzten Meter bis zum höchsten Punkt auf 2282 m ü. M. Die fantastische Weitsicht reichte an diesem klaren Tag bis zu den fernen Alpengipfeln und rundete dieses anspruchsvolle, aber wunderschöne Gipfelerlebnis perfekt ab. Die fantastische Weitsicht bis zum Bodensee und das grandiose Alpenpanorama genossen wir in vollen Zügen und hielten die eindrücklichen Motive fotografisch fest. Vor uns lag allerdings noch ein äusserst langer Abstieg. Die Aussicht auf erfrischende Getränke lockte uns zur Druesberghütte – obwohl diese wegen des Ruhetags eigentlich geschlossen war. Wir wurden jedoch nicht enttäuscht: Die Pächter nutzten das Prachtwetter zwar selbst für eine abwechslungsreiche Wanderung als Ausgleich zum Alltag, aber die Betreuungsperson ihres Enkelkindes bewirtete uns freundlich. Währenddessen spielte das Kind sichtlich vergnügt im neuen Sandkasten hinter dem Haus.

Der anschliessende Direktabstieg durch den ausserordentlich steilen und nassen Wald hinunter nach Weglosen hatte es nochmals in sich, einschliesslich einer fest im Felsen verankerten Leiter. Wir mobilisierten unsere verbleibenden Kräfte und erreichten schliesslich mit reichlichem Zeitpolster den letzten Postautokurs des Tages, der uns um 16:45 Uhr müde, aber glücklich zurück nach Einsiedeln und weiter mit öV und etwas Fussmarsch individuell nach Hause brachte.

16. September 2026    Tourenleiter: Manfred Kipfer

Kosten:
Bahn CHF 25.- TL-Beitrag CHF 5.- plus öV

Witterung:
Kaiserwetter

Besonderes:
Sehr rutschige Unterlage wegen starken Regens am Vortag

Statistik:
➚ 728 Hm ➘ 1’505 Hm ; total 6 ¼ Std. ; 3 Personen

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