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Hohe Berge, tiefe Schluchten, 30. Juni 2020

Letztes Jahr stand diese Wanderung zwei Mal auf unserem Programm:
Am 26.5. 2019 lag noch zu viel Schnee oberhalb der Route > Lawinengefahr. Als Ersatz wanderten wir dem Walensee entlang.
Am 2.9.2019 musste die Tour wegen schlechtem Wetter abgesagt werden.

Dieses Mal klappt es: Ein Zwischenhoch verspricht genau für den geplanten Termin schönes Wetter.

10 Teilnehmende reisen mit öV und Alpentaxi zum Ausgangspunkt der Tour, P804 kurz vor Tierfed, zwei fahren mit dem Auto an. Bevor es losgeht, bewundern wir den Schreyenbachfall.

Der Schreyenbachfall war früher eine schweizweit bekannte Naturattraktion. Seit 1964, mit der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Linth-Limmern, ist er verstummt. Eine Fassung hat ihm das Wasser buchstäblich abgegraben. Das Wasser des Fisetenbaches, der im Kanton Uri entspringt und den Schreyenbachfall speist, wird zum Zwecke der Stromproduktion gefasst, das heisst dem Schreyenbachfall vorenhalten. Nach Einsprachen kann aber das Naturschauspiel weiterhin an 45 Tagen im Jahr verfolgt werden.
Für die Ausleitung der Fassungen Fiseten- und Wildwüestibach sind folgende Termine vorgesehen:
Daten 2020: Beginn 18. Juni 14:00 Uhr; Ende 2. August 14:00 Uhr
(Zitat aus www.mettmen-alp.ch/Media/Attraktionen/Schreyenbachfall)

Um 8:40 Uhr beginnen wir den Aufstieg nach Hinterobbort, wo wir im Kurhaus & Wirthschaft Obbort eine Kaffeepause machen. Anschliessend queren wir das Leidtobel und den wilden Furbach. Der Pfad führt nun steil durch den Trittwald aufwärts. Auf 1400m halten wir für eine Trinkpause. Wenig später befinden wir uns im Tritt, der Steilstufe, die 200 Hm ziemlich exponiert und an einigen Stellen fast senkrecht hinauf zur Baumgartenalp führt. Da der Weg teilweise noch nass ist vom Regen des Vortages sind wir froh, dass wir uns an den Drahtseilen und Ketten halten können. Trotz konzentriertem Gehen bewundern wir auch die üppigen Blumenbörter. Nur schade, dass die Feuerlilien so weit entfernt sind.

Um 11:45 Uhr betreten wir die Alp. Der Blick auf den Tödi ist grossartig. Und die fast einen Kilometer lange Trockenmauer aus nächster Nähe zu sehen, ist ein besonders eindrückliches Erlebnis. Einige von uns machen einen Abstecher zum P1615, um noch mehr von der Trockenmauer zu überblicken und für einen noch imposanteren Blick auf das 800 Hm tiefer gelegene Tierfed.

Um 12:30 Uhr nehmen wir bei den Alphäusern Platz an den «Festtischen». Zum mitgetragenen Picknick bestellen wir Süssmost und Alpkäse und zum Abschluss einen Kaffee. Vor dem Abstieg um 13:30 Uhr decken sich einige mit Alpkäse ein und es ergibt sich noch ein Schwatz mit der «Alpgrossmutter».

Ohne Halt steigen wir die 600 Hm zur Pantenbrugg hinunter.
Die Pantenbrücke ermöglichte früher den Übergang von LinthaL über den Kistenpass nach Brigels. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Brücke mit der Linthschlucht als Motiv von Reiseliteraten und Landschaftsmalern europaweit bekannt. Die neue obere Brücke wurde 1899 -1902 mit dem Bau der Fahrstrasse vom Tierfed nach Sandwiti erstellt.

Um 15 Uhr sind wir unten im Tierfed und gehen gleich weiter Richtung Linthal. Attraktion ist nochmals der Schreyenbachfall, jetzt aber mit Dusche inklusiv. Bald verabschieden sich die zwei mit dem Auto Angereisten. Wir andern erreichen nach mehrmaligem Auf und Ab den Bahnhof Linthal kurz vor der Abfahrt des Busses um 17 Uhr nach Schwanden.

  1. Juli 2020 Tourenleiter: Hansruedi Keller

Kosten:
öV: ca. Fr. 28.-; Alpentaxi: Fr. 10.-; TL-Beitrag: Fr. 5.-; Konsumationen extra

Witterung:
leicht bewölkt, ziemlich schwül

Statistik:
T4,16.5 km +865/-1030 Hm; 7 Std.

Teilnehmende: 12