Schattige Sommerwanderung durchs Klöntal · 13. Juni 2026

Der Tag beginnt mit Frühaufstehen und einer Überraschung: Siegrid zittert und schlottert, sie kann nicht aus dem Haus, möchte dass ich die Tour übernehme – „ja ich machs“, es gibt einen Zettel mit Abfahrtszeiten für Hin- und Rückfahrt, „wir waren ja schon mal dort*, also bekommt das Handy mit der Geo-App heute eine wichtige Rolle.
In Rapperswil finden sich alle auf dem Perron, die Anreise verläuft wie geplant.
An der Busstation Löntschtobel auf halber Höhe zum Klöntalersee (Löntsch heisst der Bach, der den Klöntalersee entwässert) müssen wir uns zuerst orientieren und entdecken schnell unter uns „die“ Steinbrücke – also hinunter ins Tobel. Dann gehts 206 Hm aufwärts, anfangs im Sprint wie üblich, später den Bedürfnissen des bejahrten Leiters angepasst. Wir befinden uns in einem grünlich feucht-kühlen Halbdunkel. Moos auf Holz, Steinen und Felsen, Baumstämme quer und schief im Tobel und an den Hängen, eine orange Pilz-Bürste am Weg, unbekannte Blüten, ein romantisch-unheimliches Umfeld. Der Weg erfordert Aufmerksamkeit, ist uneben, steinig-felsig (Glarnerland halt), und immer wieder rutschig wegen der allgegenwärtigen Feuchtigkeit. Vor dem Austritt in die Sonne machen wir eine letzte Trinkpause.
Dann sind wir plötzlich und unerwartet oben auf Höhe des Damms. Die Rhodannenberg-Beiz beachten wir nicht. Der See liegt ziemlich tief, mit ausgeprägten braunen Schlammrändern zwischen Wasserspiegel und Vegetation. Über den Damm kommen wir zu einem Ruheplatz mit 4 Bänken. Am Wegweiser sind alle Richtungen angeschrieben, darunter einer blau „Vorder Glärnisch“ – wir folgen jedoch dem zur Schwammhöhe, aufwärts durch Wald mit Sonnenlücken und bei steigenden Temperaturen. Mehrmals kreuzen wir die Zufahrtsstrasse bevor wir um 11:30 Uhr am Bergrestaurant ankommen. Wir bekommen einen schattigen Platz auf der oberen Terrasse.
Die Wartezeit bis zum Essen verkürzt uns Miraya, Evelynes Hund. Unermüdlich sucht sie Kontakt, bis hin zu „Umarmungen“ mit den Vorderpfoten. Gelegentlich wird sie abgelenkt durch Ankunft neuer Gäste oder Hunde. Am Nebentisch sammelt sich eine welsche Gruppe und auch dort gibt es Hunde – allerdings nur Bilder auf dem Smartphone. Der Parkplatz ist voller Ferrari, Porsche, Lamborghini, Morgan (30er Jahre), Mercedes alle mit VD-Schildern, ein Autosport-Club aus Villars. – Schliesslich kommt unser Essen, und wir müssen sagen: gute Qualität!
Damit es nicht langweilig wird, frischt der Wind auf; Böen werfen zwei grosse Sonnenschirme auf der unteren Terrasse um. Auch die unsrigen werden zugeklappt.

Kurz nach 13:30 Uhr brechen wir auf, zurück auf gleichem Weg wie beim Aufstieg. Wir brauchen Zeit, da ein Mitglied wegen Arthrose in den Füssen nur recht langsam bergab laufen kann. Dann führt der Weg nach links eben dem See entlang, bis zum Campingplatz, dann mit kurzen Steigungen mehr dem Gelände angepasst, aber immer noch ein breiter Weg. Es sind mehr Leute unterwegs als am Morgen. Auf unserer rechten Seite geniessen wir die Aussicht übers Wasser auf die nördlichen Klöntaler Felshänge. Sonne und Schatten wechseln sich ab, gelegentlich ist es sogar nass unter den Füssen. Der Weg zieht sich. Wir sollen an einem Wasserfall vorbei kommen, der lässt aber auf sich warten. Als er schliesslich doch noch erscheint, wird Halt gemacht und ausgiebig fotografiert, auch wenn wir unseren Bus versäumen könnten (und dann 1 Std. auf den nächsten warten müssten). Nach einer weiteren halben Stunde kommen wir an der Bushaltestelle „Plätz“ an und haben noch fast 10 Minuten Reservezeit.
Im Schatten ziehen wir Bilanz: eine wunderschöne und sehr harmonische Tour.
Die Rückreise verläuft ohne besondere Vorkommnisse.

14. Juni 2026        der Ersatz-Tourenleiter: Otto Schulz

Witterung:
Sonne, vereinzelt Wolken, mittags Windböen

Besonderes:
Löntschtobel ist bemoost-urig-romantisch

Statistik:
➚ 575 m ➘ 395 m, 13km (gemäss Touren-App einer Teilnehmerin gemessene 16 km), Wanderzeit 4:40 Std.

Teilgenommen:
5 Personen inkl. Ersatz-Tourenleiter