Weitwanderwoche im Wallis · Dienstag 5. bis Sonntag 10. Mai 2026

5. Mai Leukerbad – Albinen

➚ 405 ➘ 508 Hm, 2:40 Std, 8 km

Kurz nach 12 Uhr „spuckt uns der Bus aus“. Wir „stürmen“ in die Migros und finden in der Nähe trockene Sitzmöglichkeiten. Nun wandern wir Richtung Talstation Torrentbahn, wo jemand den Wanderstock vermisst. Unser Jüngster ist so lieb, und holt ihn. An unserm Wanderweg dann ein Schild, das man wohl zu entfernen vergessen hat: „Wegen Lawinengefahr gesperrt“. Vorsichtig wagen wir uns doch vorwärts. Kurz darauf müssen wir uns entscheiden: 8 Leitern oder durch den Strassentunnel. Wir durchqueren lieber diesen, da für 17 Uhr Regen angesagt ist. Bald schreiten wir auf einem aussichtsreichen Wiesenweg gegen Albinen. Die Unterkunft finden wir auf Anhieb.

In unserm «Bed and Breakfast» werden wir mit einem kleinen Apéro empfangen. Zum Nachtessen gibt es Hähnchen mit Rhabarber-Spinatsalat und kleine Obsttörtchen. Anschliessend ein kleines Harfenkonzert. Es gibt viele frische Blumen, nur werden sie „fast vom Dekor erschlagen.“ Ausser mir „geht alles mit den Hühnern ins Bett“. Aber ich finde guten Lesestoff.

6. Mai Albinen – Jeizinen

➚ 735 ➘ 500 Hm, 4Std., 12 km

Regen, Nebel, wir gehen erst mal zum Primoladen, Picknick fassen. Nach einer Weile auf dem sogenannten Sonnenweg, merken wir, dass eigentlich nur noch einer von uns einigermassen trocken ist. Zwei wandern hinunter nach Guttet und reisen per Bus Richtung Jeizinen.

Die Unerschrockenen beginnen zu frieren und flüchten sich zum Picknick in eine kleine, ein wenig warme Kapelle. Dann wird durchgespurtet bis Jeizinen. Wir sind die einzigen Hotelgäste. Die neuen Pächter sind erst 10 Tage hier. Der vorherige, mit dem ich die Übernachtung für uns vereinbart hatte, ist über alle Berge und hat keinerlei Reservationen notiert. Na, da ist ja das schlechte Wetter mal ein Vorteil! Nach Zimmerbezug und einem heissen Bad, sieht die Welt schon wieder ganz anders aus.

7. Mai Jeizinen – Goppenstein – Kippel

➚ 765 ➘ 905 Hm, ca. 5 Std. 16 km

Bis wir mal startklar sind, hat es aufgehört zu regnen. Die Berge verstecken sich zwar noch im Nebel, aber der Weg durch die Wiesen und später durch den Nadelwald ist angenehm. Kurz vor Goppenstein hat man den Schnee von der Strassenräumung einfach meterhoch auf den Wanderweg gekippt. Wir stehen vor einer Schneewand und müssen umkehren. Auch auf der anderen Strassenseite ist kein Durchkommen, uns bleibt nur der Weg durch den Tunnel.

Im Restaurant stärken wir uns u.a. mit frischem Rhabarberkuchen, bevor wir den ruhigen angenehmen Pfad nach Kippel unter die Füsse nehmen. Dabei werfen wir einen traurigen Blick auf den Schuttkegel von Blatten.

8. Mai Hohtenn – Raron – St.German – Ausserberg

➚ 550 ➘ 700 Hm, 4.5 Std. 14 Km

Mit Bus und Bahn reisen wir nach Hohtenn. Heute ist es recht heiss. Unsere Männer „pfeifen“ auf die Kultur (Raron) und bleiben auf der Südrampe. Ich möchte aber nicht auf den Schlenker verzichten. Der in den Berg gebaute Felsendom ist eine moderne Kirche mit besonderer Ausstrahlung. Nach dem Mittagessen im alten Kern von Raron, vorbei an vielen schon voll aufgeblühten Rosen, wandern wir hinauf zum Rilkegrab. Es ist ziemlich unscheinbar, und wir entdecken es erst bei der zweiten Umrundung der frühgotischen Kirche. Auf dem Kulturweg wandern wir unter einer Holz-Suone hindurch nach St.German, wo wir uns auf einer schattigen Terrasse eine köstliche Glace gönnen. In Ausserberg angekommen sitzen die andern schon die längste Zeit vor dem Hotel am Bahnhof. Hier ersetzt ein 24 Std. Einscheckautomat die Rezeption. Ich werde mit dem Ding nicht fertig, ebenso wenig wie der hilfsbereite Kellner. Der Chef persönlich kommt, erklärt meine Karte für ungültig. Aber auch seine Karte will der Automat nicht. Nach mehreren Fusstritten und Schlägen spuckt der Automat mal eine Zimmerkarte aus. Danach versuchen wir das Einschecken im Büro. Das geht zwar, aber die Zimmerkarten sind alle im Automaten. So wird dieser solange traktiert, bis er die restlichen Karten herausgibt. Ich bin erleichtert, als das Monstrum mir endlich die Quittung druckt. Aber oh Schreck, mir wurden 3’200 Fr. „Trinkgeld“ abgebucht. Warum, wieso? Keine Ahnung. Mir wird versprochen, den Betrag sofort zurück zu überweisen. Zu Hause stelle ich fest, nicht nur das üppige Trinkgeld, auch die Hotelkosten wurden irrtümlich zurücküberwiesen.

9. Mai Ausserberg – Naters

➚ 625 ➘ 870 Hm   5Std.20   17.5 km

Heute liegen diverse Tunnels und Suonen am Weg und Blümli aller Art erfreuen das Auge. Leider zwingt wieder ein vergessener Stock jemanden zu einer längeren Umkehr. Zum Schluss wandern wir über den Kreuzweg nach Naters. Beim Brunnen in der Judengasse warten schon die Vermieter unserer geräumigen, einfachen Ferienwohnung auf uns.

Zum Glück ist die Migros nicht weit, aber sie schliesst wie alle Geschäfte im Dorf um 17 Uhr. Wir wuseln herum. Auf einmal wird es stockdunkel, aber wir finden noch zur Kasse und hinaus.

Nach dem Nachtessen schauen sich die Frauen noch Kirche und den alten Ortskern an. Die Herren sehen sich lieber die Beizen an.

10. Mai Naters – Ab nach Hause

Die Massaschlucht wird wegen des schlechten Wetters nicht angepeilt. Der Erste verlässt uns schon morgens um fünf, um in Fägswil den Muttertags-Brunch nicht zu verpassen. Die andern nehmen es gemütlich und treten die Heimreise wenig später an.

Fazit: Schöne, abwechslungsreiche Wanderung. Alle machen einen zufriedenen Eindruck.

15. Mai 2026 Tourenleiterin:   Siegrid Faehre

Witterung:
Bis auf Mittwoch okay, zum Schluss recht heiss und windig

Teilnehmende:
6