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Wanderwoche Grächen, 7. – 14. September 2019

Tourenberichte Wanderwoche Grächen vom 7.-14. September 2019

Sonntag 8.9.2019

Am Sonntagmorgen wird Gongschlag 8 Uhr die Tür zu Restaurant und Frühstück aufgeschlossen. Unsere 13 Leute sind die einzigen Gäste, und Hans, der Wirt, erfüllt nach und nach alle unsere Sonderwünsche. Die Wetterprognose ist für heute zweifelhaft, der Himmel bedeckt, deshalb wird heute keiner der „grossen“ Programmpunkte in Angriff genommen. Wir laufen zum „Hohtschuggle“, einem Bergrestaurant an einem Aussichts­punkt auf der Bergnase zwischen Saas- und Vispe-Tal, die Aussicht Richtung Visp und in beide Bergtäler wird sich als phänomenal erweisen.

Im Hohtschuggle soll es für alle Raclette geben. Der grösste Teil des Weges verläuft durch Misch-Nadelwald, meist Fichten und Kiefern, und dieser erweist sich als „Brutstätte“ für ein sehr reichhaltiges und farbenfrohes Angebot von Pilzen. Unser Pilztag-Organisator kommt aus dem Fötelen gar nicht mehr heraus. Und wir bekommen einen Beweis geliefert, dass Im Hohtschuggli sind Tische für uns reserviert (hat Hans besorgt!). Wir bestellen alle Raclette, die nach längerer Zeit auch geliefert wird – auf einem schwarzen Stein-Wärme­teller und mit ganzen zwei Kartoffeln pro Person. Viele trinken dazu den weissen Heida, einen alten Walliser Wein; dessen Trauben sind zwar resistent gegen Schädlinge, liefern aber vergleichsweise wenig Ertrag und werden deshalb nur noch selten angebaut. Nach Raclette, Heida und bei überwältigender Aussicht löst sich die Stimmung mehr und mehr. Der Rückweg ins Hotel verläuft ohne aufregende Vorkommnisse. Wir beschliessen den Tag mit einem Dreigang-Menu, von dem sicherlich alle satt geworden sind, und dann mit Gesprächen und Rummicub. (OS)

10.20km, 707m Auf- und Abstieg, 3 ¾ Std.

Montag 9.9.2019

Ein kalter Morgen mit Sonne, blauem Himmel und nur 2 Grad begrüsst uns. Bald kommen die ersten Nebelschwaden und verdecken die Sicht auf die umliegenden Berge.

Von Grächen aus wandern wir in zwei Gruppen den Hang hinauf, begleitet von Helikopterlärm. Auf Stafel trennen sich unsere Wege. 6 Bergsteiger steigen auf das Wannihorn (2‘659 m.ü.M.) Oben angelangt wird ihnen die Sicht auf die Berge durch eine Nebelschwade  verdeckt.

Die andern 7 Wandervögel wandern nach der Hannigalp. Nach der Mittagsrast machen 5 davon eine Rundwanderung auf die Furgge. Unterwegs treffen sie auf einen Steinbock, der sich die längste Zeit aus nächster Nähe bewundern lässt. Auf der Furgge treffen dich die beiden Gruppen zufällig. Gemeinsam geht es durch wegloses Gelände zur Hannigalp ins Restaurant. Einige machen sich zu Fuss auf den Weg nach Grächen, die andern nehmen die Luftseilbahn.  (MB)

Gruppe A: 8.35km, 877m Auf- und 327m Abstieg, 3 ½ Std.
Gruppe B: 13.52km, 1122m Auf- und Abstieg, 5 ½ Std.

Dienstag 10.9.2019

Am Morgen hatten wir die Gelegenheit auf eigene Faust die Umgebung zu erkunden. Für den Nachmittag weckte Richard unsere Wanderlust und unser Interesse für das Handweben. Nach einer Stärkung beim Restaurant zum Seew starteten wir entlang einer der vier Wasserleiten (Suonen). Sie werden vom Riedgletscher gespiesen und leiten Wasser auf die Getreidefelder (v.a.Roggen). Ein Murgang im Jahre 2017 hinterliess eine eindrückliche Schneise im Bergwald. Das Gehen auf dem weichen Waldpfad war sehr angenehm und wurde durch Informationstafeln, Klangschalen und Grillstellen entlang des sprudelnd fliessenden Bächleins aufgelockert. Oft hüpften Eichhörnchen an den Baumstämmen hoch. Beim Abstieg durch Wiesland nach Gasenried begegneten wir einer freundlichen Bäuerin, welche wissen wollte wohin wir wanderten. Seltene Haustiere, wie Schwarznasenschafe, Ehringer-Kühe, Lamas, Jaks und Esel begegneten uns in den Ferien häufig. In der Wäbstuba fadugrad wurden wir von Blanka und Jasmine Summermatter erwartet (Schwiegermutter und Schwiegertochter). Im lichtdurchfluteten Raum werden auf 2 Webstühlen traditionelle Weberein, wie Teppiche, Küchen- und Handtücher, Tischsets und Tischtücher angefertigt, auf Wunsch auch auf Bestellung. Sie sei sich gewöhnt an die harten Schläge des Balkens erklärte uns die Weberin. Die Hotels liefern ihr ausgediente Baumwollwäsche, die sie dann in 2 cm Streifen zuschneidet und zu hübschen Läufern verarbeitet. Nach unserem Einkauf gings auf dem Europaweg zurück nach Grächen zum Hotel Stutz, wo wir die ganze Woche freundschaftliche Aufnahme fanden und uns immer ein exzellentes Essen serviert wurde.   (LA)

8.96km, 348m Auf- und Abstieg, 2 ½ Std.

Mittwoch 11.9.2019

Gruppe A Kalpetran – Embd – Törbel

Anstelle der anspruchsvolleren Tour zur Hängebrücke fahren wir zu siebt mit der Bahn nach Kalpetran und mit der kleinen Luftseilbahn zum Dörfchen Embd auf 1358 m. Vor dem Abmarsch geniessen wir bei der Panoramatafel den Blick auf die unzähligen Berggipfel. Der gut begehbare Pfad führt uns im Zickzack hinauf zur Roti Flüo, wo eine Yak-Farm angesiedelt ist. Der Betreiber der Farm scheint nicht zu Hause zu sein, dafür begrüssen uns Pfauen, Tauben und ein Schwein. Bereits vor der Tour haben wir erfahren, dass die Yaks zur Zeit im Berner Oberland stationiert sind. Kurz nachdem wir die Gebäude hinter uns gelassen haben tauchen im Hang oberhalb des Weges doch noch einige Yaks auf. Eifrig werden die Fotoapparate gezückt. Der Weiterweg zieht sich angenehm dem Hang entlang. Nach der Mittagsrast an einem Wiesenbord mit toller Aussicht auf die schneebedeckten Berge treffen  wir bei Isch mitten auf dem Wanderweg auf Esel. Nun folgt noch der Abstieg vorbei an einer Kapelle nach Törbel. Dort bleibt uns genügend Zeit um im Bistro einzukehren sowie den in den steilen Hang gebauten alten Dorfkern mit den vielen schönen Walliserhäusern anzuschauen. Zwei beschliessen, zu Fuss nach Stalden abzusteigen, wir andern geniessen die Fahrt im Postauto mit mehreren Haarnadelkurven.  US

4.75km, 412m Auf- und 327m Abstieg, 2 Std.

Gruppe B Randa – Th. Kuonen-Hängebrücke – Europahütte – Herbriggen

Vier Wagemutige namen den Aufstieg von 2 Std und 840 Höhenmeter unter die Füsse auf der morgigen Schattenseite des Mattertales. Ein imposantes Bauwerk von 500m Länge und einem Durchhänger von 36m vom tiefsten zum höchsten Punkt. Eine halbe Stunde später erreichten wir die Europahütte, wo wir uns für die Mittagsrast in den Schatten setzten. Nach Kaffee und Kuchen in der Hütte begaben wir uns auf den Europaweg Richtung Grächen. Da wir zeitlich gut unterwegs waren, beschlossen wir nach Herbriggen abzusteigen und nicht nach Randa. Auf 2601m erreichten wir den höchsten Punkt vor dem Galenberg. Dort hiess es auch Ende Europaweg. Wegen Steinschlaggefahr ist er gesperrt.

Daher war der Abstieg von 1400m zwingen. Kurz nach 17.15 Uhr Trafen wir in Herbriggen ein, so dass es noch für ein Bier oder Kaffe reichte, bevor uns Bahn und Postauto nach Grächen zurück brachte.  (RB)

13.70km, 1304m Auf- und 1458m Abstieg, 6 ½ Std.

Donnerstag 12.9.2019 St. Niklaus / Jungen – Moosalp

Da die Seilbahn nach Jungen nur vier Personen transportieren darf, dauerte es eine gewisse Zeit bis alle 13 Naturfreunde auf der Bergstation angekommen waren. Die ersten machten sich gemütlich auf den Weg Richtung Moosalp und wurden von den letzten drei Personen, die mit der Seilbahn oben angekommen waren, bei der ersten Trinkpause wieder eingeholt. Es ging dann auf bequemen Pfaden immer wieder bergauf und bergab mit schöner Aussicht auf die gegenüberliegende Talseite mit den herrlichen Berggipfeln und kleinen Dörfern, die wie angeklebt an den steilen Hängen liegen.

Nach gut 2 Std. Wanderzeit genossen wir auf einem Rastplatz mit schattigen Bäumen die Mittagspause. Nachher ging es auf einem Suonenweg mehr oder weniger flach weiter bis zu einem ca. 100 Meter langen Stollen. Mit einer Stirnlampe wurde der Weg ausgeleuchtet, damit man nicht über Steine stolperte oder den Kopf irgendwo anschlug.

Weiter ging es auf einem angenehmen Weg zu einem schönen Aussichtpunkt mit langen Bänken, welche zu einer weiteren Trinkpause einluden. Der letzte Teil bis zur Moosalp war dann flach und im Wald. Nach ca. 1 Std. erreichten wir unser Ziel, die Moosalp. Da das Restaurant stark belegt war, öffnete der Wirt extra für uns die Sonnenterrasse mit wunderbarer Aussicht auf die weissen Berggipfel. So genossen wir den Abschluss unserer Wanderung bei Kaffee und Crèmeschnitten.

Nach einer langen Postautofahrt auf der schmalen Bergstrasse erreichten wir Stalden, wo wir gleichzeitig mit dem einfahrenden Zug nach St. Niklaus ankamen.  HM

 9.93km, 619m Auf- 549m Abstieg, 3 ¾ Std.

Freitag 13.9.2019 Gspon – Saas Grund

10 Teilnehmende machen an der heutigen Wanderung mit. Eine Teilnehmerin musste frühzeitig heimreisen, zwei machen einen Ausflug nach Domodossola.

Die Anfahrt ist etwas aufregend. Die Matterhornbahn Richtung Zermatt ist verspätet und eine grosse Schulklasse steigt nicht gerade effizient ein. Dadurch verspätet sich auch unser Zug nach Stalden. Der Billettautomat bei der Talstation der Luftseilbahn Stalden – Staldenried – Gspon fordert uns etwas heraus, aber die Umsteigezeit ist lange genug. Die zwei Sektionen der Luftseilbahn sind 2018 erneuert worden.

Um 10:50 Uhr ist Aufbruch für den Gsponer Höhenweg. Die Wanderung bietet eine fantastische Aussicht. Zu Beginn über das Rhonetal zum dominierenden Bietschhorn, dann hinüber zum Wandergipfel vom Montag, dem Wannehorn. Später auf die Gletscher und Gipfel der Mischabelgruppe und schliesslich auf die berühmten Gipfel um Saas-Fee.

Bei der Kapelle Finilu machen wir einen Trinkhalt. Bald wird der Weg anspruchsvoller, wir queren das Leidbachtobel bei Lengfell, wo der Weg direkt unter der Rohrbrücke der «Finileri» angelegt ist. Die Finileri ist die höchst gelegene noch aktive Suone Europas. Den höchsten Punkt der Wanderung erreichen wir um 13:10 Uhr. Hier bei der Alphütte Färiga halten wir Mittagsrast. Man könnte noch lange an diesem herrlichen Ort verweilen.

Auf dem Weiterweg queren wir das wilde Mattbachtobel und beginnen beim Linde Bode, von wo man zum Kreuzboden abzweigen könnte, den langen Abstieg nach Saas-Grund. Wir kommen an einigen urchigen Weilern vorbei und erreichen um 16:40 unser Ziel.

Mit der heutigen Wanderung ist die Wanderwoche Grächen leider schon vorbei. Herzlichen Dank dem Leiterteam Richard, Marlis und Ursi. Das vielfältige Wandergebiet können wir nur weiterempfehlen.  (HK)

14.05km, 636m Auf- und 972m Abstieg 4 ¾ Std