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100 Jahre Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon, Jubiläumsanlass Chrüzegg, 16. Juni 2018

Bericht zur Jubiläumsfeier „100 Jahre Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon“
vom 16. Juni 2018 auf der Chrüzegg

Die Wetterprognose hatte kurz und bündig „Sonne und sehr warm“ gelautet. Ab ca 8:10 Uhr tröp­fel­ten die Naturfreunde  einzeln oder grüppliweise auf dem Sammelplatz ein. Parkierprobleme gab es nicht, es war reichlich Platz, die wenigen Schatten-Parkplätze waren zuerst besetzt. Ueberall begrüss­ten sich Leute, einige hatten sich seit der Generalversammlung im März oder noch länger nicht mehr gesehen, alte und neuere Mitglieder, Frauen und Männer, machten sich untereinander bekannt, Erlebnisse und Erinnerungen wurden ausgetauscht.

Schliesslich – etwa 8:40 Uhr – waren alle Erwarteten eingetroffen. Der Präsident konnte alle zum Festtag willkommen heissen und nochmals die Marsch-Varianten erklären.

12 Personen sammelten sich zur Anfahrt mit dem Sessellift. Der Berichterstatter weiss nichts Näheres über diese Gruppe, jedenfalls ist sie gut an der Bergstation angekommen und war als erste an der Chrüz­egg – mit Ausnahme von zwei Gästen, die bereits vor dem offiziellen Start auf eigene Faust hochgefahren waren.

Jörg Rinderknecht übernahm in sein Auto zwei Gäste vom Landesverband sowie das Alt-Miglied Ruedi Stutz zur Anfahrt via Wattwil mit dem Taxibus.

Das Gros der Festgäste aber wählte den Aufstieg zu Fuss – ganz wie man das von Naturfreunden er­war­ten kann. Bei herrlichem Sommerwetter und am Horizont nur leicht verhangener Schönwetter-Aussicht auf Innerschweizer, Glarner und Ostschweizer Alpen wurde Oberatzmännig angesteuert und der Kammweg Richtung Schwammegg in Angriff genommen. Auf einzelnen Wiesen sowie an Wegrain und an Waldrändern – da wo nicht gedüngt und gemäht worden war – gab es eine Fülle weisse, gelbe, rotlila und blaue Blüten, um die sich wilde Bienen und andere Insekten tummelten. Wir waren nicht allein, viele „Nicht-Naturfreunde“ waren allein oder in Gruppen ebenfalls unterwegs. Eine spontanes Dutzend Personen – die Vorhut – nahm trotz Ermahnung bzw. Rückruf durch den Leiter den Weg über den Tweralpspitz statt über Grossrotstein, sie kam deshalb etwas später auf der Chrüzegg an, hatte aber dafür die weitere Aussicht in die Ostschweizer Berge genossen.

Etwa um 10:40 Uhr waren schliesslich alle Wanderer und die Taxi-Fahrer auf der Chrüzegg ange­kom­men. Wieder gab es Begrüssungen. Bei dem schönen Wetter war bereits normaler Gäste-Hochbetrieb auf den Sonnenterrassen, wir konnten froh sein, dass für uns auf der Nordwestseite Tische reserviert waren, grösstenteils sonnenbeschienen, einige im Schatten des Hauses. Aufklebe-Namensschilder wurden verteilt, welche halfen, auch noch nie oder selten gesehene Gäste richtig anzusprechen. Das Trio Aspwald – für die Musik zuständig, zwei Handorgeln und Bassgeige, dabei mit Sonja Brunner eine Tochter unseres 1½ Jahre vorher viel zu früh dahingegangenen, beliebten und geschätzten Ex-Präsi­den­ten Hans Sonderegger – richtete sich leicht erhöht ein. Der Apero-Getränketisch war bereit und mit Jeninser, Bier und diversen alkoholfreien Getränken bestückt, zusätzlich haben Naturfreunde auch vom normalen Restaurant Kaffee bestellt.

Gegen 11 Uhr verschaffte sich der Präsident im lebhaften Gesprächstumult unter Mithilfe der kräfti­gen Stimme des Musiktrio-Bassisten Luzi Küttel Gehör für seine kurze Begrüssungsansprache, mit der die Musik vorgestellt und das Aperobuffet eröffnet wurde. Wein und Bier wurden ausgeschenkt, und an allen Tischen wurde kräftig und teils mit lang ausgestreckten Armen auf das Jubiläum angestossen. Es gab leckere Käsepizza-Stückchen – zu lecker für den einen oder anderen – so viele, dass am Ende auch die versammelten Jubiläums-Naturfreunde ihrer nicht Herr wurden.

Das Trio Aspwald sorgte inzwischen mit volkstümlicher Musik für eine gelöste Stimmung. Luzi Küttel kündete auch die Ansage des Präsidenten an, als dieser die eingeladenen Gäste begrüsste:

Beatrice Rychen mit ihrer Tochter Johanna, vom Landesverband in Bern
Ruedi und Elisabeth Schulthess, Naturfreunde Wetzikon
Daniela und Lukas Dobrowolski, Naturfreunde Jona-Rapperswil
Martin Gremlich, Naturfreunde Stäfa und Haus Sonnenberg

Eine weitere Ansage mit Vorstellung wurde fällig nach der Ankunft von Josef Boos, dem Präsidenten der „Volkstanzgruppe am Bachtel“ und aktuellem Vorsitzenden der Vereinsvorständekonferenz Bubikon-Wolfhausen, mit seiner Gattin.

Und weiterhin konnten alte Ex-Naturfreunde und jüngere, aktive, sich austauschen über frühere und neuere Ereignisse und Erinnerungen, alle beschienen von der strahlenden Sonne – einige wenige Schattenliebhaber hatten es sich im Schutz des überhängenden Daches bequem gemacht – dazu die lüpfigen Klänge des Aspwald-Trios.

Schliesslich war es Zeit für die Uebersiedlung in den Festsaal. Dort war an drei langen Tischreihen für knapp 60 Festteilnehmer gestuhlt und gedeckt, der Saal war damit nicht „platschvoll“, man hatte auch beim warmen Wetter noch Luft zum Atmen. Jede und jeder suchte sich einen Platz, es wurden auch Gedecke zugunsten von Gruppen und Grüppchen umgelegt.

Auf den Tischen standen die vom Team Therese Akkerman / Anni Müller besorgten, aus Holz ausser­ordentlich fein geschnitzten Edelweiss-Sträussli – ein ungewöhnlicher und schöner Dekorationseinfall. Zusätzlich hatte Ruth Bösch ein Bouquet aus 100 Edelweiss-Blumen mitgebracht, die später an die Teil­nehmer verteilt wurden. Auch die Musik erhielt einen Platz und unterhielt uns während des Services weiter.

Es wurde Rotwein ausgeschenkt und auf unser aller Wohl angestossen, es wurden andere Getränke bestellt und serviert sowie die Plätze der wenigen „Vegi-Menus“ ermittelt. Während der Essens-Vorbereitungen wurden die Gespräche zusehends lebhafter, entsprechend stieg die Umgebungs­lautstärke – um sich verständlich zu machen, musste mancher die Stimme über normale Lautstärke anheben, was dann wiederum zu höherer Gesamt-Phonzahl beitrug. In Kombination mit der Musik ergab sich die typische Geräuschkulisse eines gelungenen Festes…

Das Menu bestand zunächst aus

Flädlisuppe
Zürigschnetzlets mit Rösti und/oder Spätzli, und Gemüse
(Vegi: zwei Vegiburger statt Gschnetzlets).

Dem Chronisten hat sein Vegi-Menu sehr gut geschmeckt, und er hat von anderen ähnliche Rückmel­dungen bekommen. Jedenfalls – nachdem serviert war, ging der Gesprächslärm stark zurück. Auch das Musiktrio wurde natürlich verpflegt und musste dazu eine Pause einlegen.

Eine Festrede gehört zu jedem Jubiläum dazu. Das 100jährige Bestehen lud natürlich dazu ein, den Werdegang des Vereins zu erzählen und zu erläutern – die Vereinsgeschichte war ja sicherlich nicht allen Anwesenden geläufig. So hatte der Präsident sich für eine Art „Chronik“ entschieden, die mit Bildprojektionen anschaulich gemacht wurde. Sein Manuskript-Text findet sich im Anhang, die Bilder und die dazugehörige „Technik“ hatte Hansruedi Keller beigesteuert. Besonderen Anklang fanden die historischen Bilder aus der Anfangszeit des Vereins, aber auch Erinnerungsfotos von Skischule und Gipfeltouren liessen vergangene Leistungen und Erlebnisse wieder lebendig werden.

Die Chronik-Rede wurde von Auftritten dreier „Kabarettisten“ (Jörg Rinderknecht, Hanswilli Küng, Paul Hintermann) mehrfach aufgelockert. Mit Ausnahme des Gedichts „Der Kuss“ sind diese Beiträge im „Chronik“-Manuskript ebenfalls enthalten, zur leichteren Unterscheidung sind sie in blauer Farbe und kursiver Schrift wiedergegeben. Das Kuss-Gedicht, rezitiert von Paul Hintermann,  erzeugte grosse Heiterkeit, hier folgt der Text:

Der Menschheit grösster Hochgenuss
ist ohne Zeifel wohl der Kuss
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.
Er kostet nichts, ist unverbindlich,
und er vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
so muss man erst mit Macht und List
den Abstand zu verringern trachten
und dann mit Blicken zärtlich schmachten.
Die Blicke werden tief und tiefer,
es nähern sich die Unterkiefer;
man pflegt dann mit geschloss’nen Augen
sich aneinander festzusaugen.
Jedoch nicht nur der Mund allein
braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küsst die Wange und die Hände
und auch noch andre Gegenstände,
die ringsherum mit Vorbedacht
sämtlich am Körper angebracht.
Auch wie man küsst, das ist verschieden
im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
der eine heiss, der and’re kühl.
Der eine haucht, der and’re schmatzt
als ob ein alter Reifen platzt.
Hingegen wiederum der Keusche
vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and’re länger,
den längsten nennt man Dauerbrenner.
Ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht
als wenn die Kuh durch Matsche geht.

Die Geschichte von den am Weissmies-Gletscher wiedergefundenen Uralt-Steigeisen, die bei einer Gletschertour nach mehrfachem Abfallen und Wiedermontage wutentbrannt in eine Gletscherspalte geworfen worden waren, sie war für die damals Dabeigewesenen sehr lustig. Und ein besonders grosser Lacherfolg war die abschliessende „Naturfreund-Verjüngung“, wo dem Opfer sein altes Hemd abgezogen wurde – es wurde länger, länger, noch länger, immer länger, das Hemd reichte fast durch den ganzen Saal, die 100 Jahre des Vereins symbolisierend. Am Ende kam stattdessen ein neues T-Shirt mit Aufschrift „100 Jahre Naturfreunde“ zum Vorschein.

Nach diesen Chronik-Szenen wurde der Dessert zum Menu serviert: eine schön angerichtete Glacetorten-Kombination auf Basis Erdbeer/Pistache-Glace mit Erdbeer-Dekoration.

Schliesslich bekamen auch die eingeladenen Gäste noch Gelegenheit, das Wort zu ergreifen:

Beatrice Rychen vom Naturfreunde-Landesverband in Bern überbrachte Glückwünsche und Grüsse des Landesvorstands, zusammen mit dem Wunsch nach weiterer gesunder Ent­wick­lung des Vereins

Martin Gremlich in seiner Eigenschaft als Verwalter am Naturfreundehaus Sonnenberg dankte für die wertvolle Mitarbeit bei Erhaltung und Betrieb des Hauses, wünschte der Sektion eine erfreuliche Weiterent wicklung und freute sich auf die weitere Zusammenarbeit

Ruedi Schulthess als Präsident der Naturfreunde-Region Zürich-Oberland erinnerte an die lange, erfolgreiche und genussvolle Zusammenarbeit bei Regional-Anlässen, bei Reisen und im Naturfreundehaus Sonnenberg und wünschte alles Gute

Josef Boos schliesslich kam mit einer für uns ganz besonders wichtigen Aufgabe: er über­brach­te einen Check über Fr. 1’500, das vorläufige Ergebnis der 100Jahre-Jubiläums-Sammelaktion bei den Vereinen in Bubikon/Wolfhausen. Es hätten noch nicht alle Vereine ihr Scherflein beigetragen. Er nutzte die Gelegenheit, seinen kleinen Verein „Volkstanzgruppe am Bachtel“ vorzustellen und darauf hinzuweisen, dass er bei der diesjährigen 1. August-Feier jede Hand brauchen kann.

Damit war das offizielle Programm zu Ende. Der Präsident dankte noch einmal allen Mitwirkenden und den Gästen für ihre Beiträge und gab den Start frei für die organisierte oder individuelle Heimreise.

Es dauerte noch, bis die letzte Zeche bezahlt, von vielen Freunden und Bekannten Abschied genom­men und die Edelweiss-Dekorationen eingesammelt waren, diese sollten zur freien Mitnahme an die nächste Monatsversammlung gebracht werden. Vier Gäste machten sich auf zur Sesselbahn-Rück­fahrt. Der Taxibus war pünktlich bereit für die Fahrt abwärts an den Bahnhof Wattwil. Und schliess­lich zog sich eine lange, weit auseinandergezogene Reihe von Naturfreunden über Oberchamm und Enkinnen hinunter zum Schutt und zum Parkplatz; dort sammelten sich die Gruppen erneut zu Gespräch und Gelächter, jeder verabschiedet sich von jedem – es zeigt sich ein ein starkes Gruppengefühl!

  1. Juli 2018 Der Berichterstatter: Otto Schulz
    Aktuar

Anhang: 100 Jahre Naturfreunde Rüti – Tann – Bubikon, Chronik von Franz Greber

Gründung

Am 9. Februar 1918 wurde unser Verein, Naturfreunde Rüti Tann gegründet. 5 Genossen bildeten den Vorstand. Die Naturfreunde wurden 1895 in Wien gegründet als sozialistische Umwelt- Kultur- Freizeit und Touristenorganisation. Die erste Sektion in der Schweiz wurde 1905 gegründet. Erst in den 1950er Jahren öffnete sich der Verband für breite gesellschaftliche Schichten.

3 verspätete Gäste erscheinen, setzen sich an den bereitgestellten Tisch und entschuldigen sich. Ja der eine ist angezogen wie vor 100 Jahren, sott von den andern beiden.

 

Erste Aktivitäten

Es brauchte schon Mut und Zuversicht, in dieser Zeit einen Verein zu gründen. Rund um die Schweiz tobte noch der 1. Weltkrieg, denn der wurde erst am 11. Nov. 1918 beendet. Wer nicht im Aktivdienst war und Arbeit hatte, musste auch am Samstag noch arbeiten. Ferien gab es keine oder sehr wenig. So stand fast nur der Sonntag für Freizeit zur Verfügung. In den Anfängen wurden vor allem Wanderungen durchgeführt.

Beitrag: Jörg meldet sich zum Wort, früher habe immer ein Naturfreund am Schluss der GV ein Gedicht vorgetragen, Gotthilf Schneider.

Paul erinnerst du dich?  Gedicht „Der Kuss“ (Paul Hintermann)

 

Naturfreunde Haus Sonnenberg

Bereits 1912 wurde das erste Naturfreundehaus der Schweiz am Säntis gebaut und ab 1920 entstand ein rich­tiger Bauboom von Naturfreundehäusern. So beschliessen die NF-Rüti-Tann 1924 zusammen mit 9 Sektionen ein Natur­freundehaus zu bauen. Auf dem Sonnenberg wurde dazu ein Grundstück von 2000m2 gekauft zum Preis von Fr. 1.75/m2, zu einem Gesamtbetrag von Fr. 3500.-. Im Frühling 1926 wurde mit dem Bau gestartet und bereits am 26. September konnte das Haus eingeweiht werden. Die Kosten betrugen Fr. 52’427.- Immer mehr Sektionen schlossen sich der Gemeinschaft an, 1934 beteiligten sich 18 Sektionen. 1941 waren es sogar 20 Sektionen.

Es gab aber auch Unstimmigkeiten. 1966 wollten einige Sektionen das Haus verkaufen. Seither sind immer mehr Sektionen aus dem Häuserverband ausgetreten. Heute sind noch fünf Sektionen im Häuserverband: Stäfa, Jona-Rapperswil, Wetzikon, Rüti-Tann-Bubikon und Züri.

Im Jahre 2010 wurde das Haus Sonnenberg total renoviert. Vom Feuerschutz wurde ein neues Treppenhaus extern vom bestehenden Gebäude verlangt. Der Umbau kostete 780’000 Franken. Seither steht es im neuem Glanz da.

Unsere Sektion ist sehr aktiv. Wir sind im Vorstand vertreten und leisten sehr viele Hausdienste.

Beitrag: Jörg Rinderknecht / Paul Hintermann / Hanswilli Küng: Treffen im Sonnenberg lueget wie das Haus heute aussieht! Ein 1 Stern Hotel! Eusi Sektion hat viele Anlässe im Haus. So wurden auch jährlich Chlaus­höcke durch­geführt mit der legendären Chostsuppe von Silvia und Hans Sonderegger. Nachdem die Kinder der Mitglieder dem Chlaus nicht mehr geglaubt hatten wurden jeweils Heissluftballone gebastelt und in den Nachthimmel entlas­sen.

Die einen wurden Opfer der Flammen bevor sie abhoben und die andern hoben ab und verschwanden auf Nimmer­wiedersehen im Nachthimmel. Heute wird eher ein Wochenendanlass mit Spiel und Spass durch­geführt, natürlich mit kulinarischen Höhepunkten.

Vereinsferien, Reise und Velotouren

Über viele Jahre führte der Verein Ferienlager und Vereinsferien durch. So 1977 ein Herbstlager im Tessin. Im Oktober1993 wurde vom Gotthard nach Lugano gewandert. Darauf folgte 1994 eine Wanderwoche in der Cinque Terre und 1996 eine Ferienwoche im Südtirol. 1999 und 2008 erklommen wir die steilen Berge vom Tessin. Dann wurde es etwas gemütlicher, es folgte eine Car-Reise nach Prag und 2005 eine Erlebnisreise auf die Insel Rügen. Erfreulicherweise wird die Tradition fortgesetzt. Siegrid Fähre hat für 2017 zwei Wander­wochen in den Schweizeralpen organisiert, die beide ausgebucht waren. Vom Sonntag 29. April bis Freitag 4. Mai ist Siegrid mit sechs weiteren Naturfreunden von Basel nach Solothurn gewandert. Sie haben viel gesehen und erlebt.

Velotouren

Jörg Rinderknecht hat sich auf lange, dafür gemütliche Velotouren spezialisiert. So hat er von 2008 bis 2015 folgende Velotouren organisiert:

2008 von Donaueschingen nach Passau

2009 von Maloja nach Passau

2010 Fahrradtour 1 Woche im Südschwarzwald

2011 Rheinlandtour 1. Teil

2012 Rheinlandtour 2. Teil

2013 Mittellandroute von Romanshorn nach Lausanne

2014 Mannheim Rotterdam

2015 Etschradweg von Mals nach Verona.

Skischule

1969 gründete unser Verein eine Skischule und erteilte Skiunterricht beim Skilift Rossfallen in Goldingen. Was klein anfing hatte 1976 seinen Höhepunkt. Nicht weniger als 18 Skilehrer und Hilfsskilehrer unterrichteten vor allem Kinder und Jugendliche. Eine Lektion für Kinder kostete CHF 4.-, für Erwachsenen CHF 8.-. Auch ein Skirennen in mehreren Kategorien wurde jährlich durchgeführt. Leider musste der Skilift 1982 den Betrieb infolge Schneemangel ein­stellen. Die Skischule erteilte dann noch einige Jahre Skiunterricht für die Migros Klubschule im Toggenburg, musste dann aber aufgelöst werden.

Kompassläufe

In den 50iger Jahren startete der Zürcher Kantonalverband mit Kompassläufen. 1986 ist die erste Organisation eines Kompasslaufs durch unseren Verein dokumentiert. Beim 34. Kanto­nalen Kompasslauf starteten 40 Grup­pen mit 132 Läufern. Vor den Kompassläufen wurden Ausbildungskurse durchgeführt, damit man sich in den verschiedenen Disziplinen wie Vorwärtseinschnitt, Rückwärtseinschnitt, 90 oder 60° Umgehung, Distanzen schätzen usw. zurecht fand. Vor allem Helmut Reusch und Hans Sonderegger von unserer Sektion zeich­ne­ten sich mehrmals als Organisatoren aus. 2004 war dann der letzte Kompasslauf. Seither hat das GPS den Kompass fast vollständig verdrängt.

 

Aktivitäten die letzten 25 Jahre

Die letzten 25 Jahre, seit ich selber Mitglied im Verein bin, waren wir sehr aktiv. Das Ange­bot von unserem Verein war und ist sehr vielseitig:

 

Wanderungen und Bergtouren eintägig und mehrtägig in der ganzen Schweiz wurden und werden monatlich mehrmals angeboten

Hochgebirgstouren: Im ganzen Schweizer Alpenraum waren wir unterwegs: z.B: Piz Palü, Campo Tencia, Dom, Fründenhorn Blüemlisalp usw.

Seniorenwanderungen: Hans Sonderegger hat am 25. 8. 2000 mit der ersten Seniorenwanderung angefangen. Nach 14 Jahren konnte er die 100. Seniorenwanderung durchführen. Bald darauf übergab er die Leitung an Jörg Rinder­knecht. Mittlerweile sind fast 130 Seniorenwanderungen durchgeführt worden.

Samstagswanderungen: Brigitta Huber hat vor einigen Jahren begonnen Samstagwanderungen zu organisie­ren. Nach einem Unfall hat Siegrid Fähre Brigitta für eine Zeit vertreten, jetzt werden die Samstagswanderun­gen wieder von Brigitta geleitet. Das Ganze hat sich zu einem Renner entwickelt. Meistens macht eine sehr grosse Teil­nehmerschar bei den Samstagwanderungen mit.

Skitouren: Konnten sie bis vor einigen Jahren nicht hoch und lang genug sein, werden sie mit zunehmendem Alter der Teilnehmer immer kürzer. Kärpf, Muttriberg, Silberen, Rautispitz usw. stehen schon noch im Pro­gramm, aber gerne begnügen wir uns auch mit Tanzboden, Frümseltäli, Rütistein und ähnlichem.

Mehrtägige Skitouren: Seit 1985 mache ich mit den Naturfreunden Skitouren. Beim Zusammenstellen von die­sem Bericht wusste ich, dass es schon mehrere 4-tägige oder längere Skitouren gewesen waren. Ich habe alle Fotobücher durchgeschaut und traute am Ende meinen Augen nicht. Einundzwanzigmal habe ich eine mehr­tägige Skitour mitge­macht. Vom Silvretta bis Dixence, Finsteraarhorn, Rotondo, Forno Gebiet, Chamonix, Val Müstair, Veltlin, Bivio, Wergenstein, ja wo waren wir noch nicht? Heute kann ich nur noch davon träumen.

Schneeschuhtouren: Ersetzen heute zum grossen Teil die Skitouren, da sich viele auf den Skiern nicht mehr so sicher fühlen.

Gletschertrekking: 2008 hatten wir am Hüfifirn unser erstes Gletschertrekking. Es folgten Grimselpass – Fiescher­horn, Steingletscher, Gauligletscher, Chamonix usw. 2016 fand dann dass Trekking wieder in unserer bekannten Umgebung statt, Gemsfairen, Glariden, Planura. Fast überall war ich dabei. Ich hoffe, dass diese Tradition noch fortgesetzt werden kann.

Beitrag: Geschichte mit Steigeisen am Weissmies (Jörg Rinderknecht) Ja da chunnt mir auch eine Geschichte in den Sinn:

Da war eine Tour auf den Weissmies. der Tourenleiter hat verlangt dass die Steigeisen angepasst sind und nicht aus dem Brockenhaus stammen dürfen. Es gibt immer solche die nicht mehr gut hören!  Also die der Zeit angepass­ten. Da kommt doch einer mit antiken Steigeisen aus dem 30 jährigen Krieg.

Dass da dem Tourenleiter schon die Galle hochkommt ist begreiflich. Also gut nehme ich ihn mit. Doch das Drama beginnt schon kurz nac dem die Steigeisen montiert sind. Halt schreit dieser, mir sind die Steigeisen abgefallen!  Das wiederholt sich zwei bis dreimal.

Dann kommt auch dem Teilnehmer die Galle hoch. Dieser wirft mit dem Puls auf 180 das Geschirr in die nächste Gletscherspalte. Die Tour war natürlich zu Ende, leider, aber nicht für alle.

Nun letzten Sommer laufen wir drei über den Gletscher vom Wiessmies und was schaut da aus dem Eis? Ja ihr ratet richtig, die STEIGEISEN. (Hanswilli zieht sie aus dem Rucksack)

So kommt der Abfall zurück zum Wegwerfer, wir werden diese dem Umweltverschmutzer zurückgeben und zu guter Letzt müssen wir sagen: der Klimawandel ist auch für etwas gut!

Darum nehmt euren Abfall auch wieder nach Hause!!

 

Klettern: Eine kleine Gruppe hat sich in den letzten Jahren wieder vermehrt zum Klettern im Fels gewagt. Auch wurden oft die neuen Klettersteige besucht.

Frauenbergtouren:

Seit 2002 führt Ruth Fink jedes Jahr eine Frauenbergtour durch, so 2016 auf das Barrhorn 3610m im Turtmanntal

 

Zusätzliche Aktivitäten im Jahresprogramm:

Ausbildung Tourenleiter:
Seit 2010 besuchen die Tourenleiter mindestens alle 2 Jahre einen Ausbildungs- oder Ergän­zungskurs, der sie zu ihrer Tätigkeit berechtigt (Tourenleiter T2, T3, T4; Lawinenkunde, Erste Hilfe, Bergmedizin; Nordic Walking Technik, Orientierung mit Karte, Kompass und GPS u.v.a. mehr)

Ausbildung Mitglieder:
Immer wieder werden innerhalb unserer Sektion Kurse durchgeführt: über Knotenlehre, Klettern, Abseilen, Eiskurse, Erste Hilfe, Orientierung und LVS-Übungen. Die LVS-Übungen sind Bedingung für die Teilnahme an anspruchsvolleren Ski- und Schneeschuhtouren.

Tourenleitertag:
Seit2011 findet jährlich ein Tourenleitertag statt, als Dank für die geleisteten Dienste für unseren Verein. Mit dabei sind auch die Mitglieder, welche eine Funktion im Vorstand haben oder ein spezielles Ressort betreuen.

Weiter kommt schliesslich noch vor, zum Teil regelmässig: Iglubauen, Biwaktouren, Fluss­bootfahren, Wandernacht/­Mondscheinwanderungen, Schlittelplausch, Boccia e Pasta, Kegelabende, Jassplausch.

Papiersammlung

Die Papiersammlung führen wir jedes Jahr in Rüti zusammen mit dem Sängerbund durch. Für unseren Verein bringt sie neben den Mitgliederbeiträgen die grösste Einnahme.

Nordic Walking bieten wir wöchentlich an

Bike und Velotouren stehen jedes Jahr im Programm.

  1. Höhepunkte

Nach einer Idee von Daniel Anker «in allen Kantonen ganz zuoberst» bestiegen wir in jedem der 25 Kantone den höchsten Punkt. Hansruedi Keller organisierte die Touren. Es begann am 10. Januar 1999 mit dem Wildspitz (ZG) und endete am 7. August 2009 auf dem Piz Bernina auf 4049m. Diese 25 Höhepunkte deckten das ganze Angebot der Naturfreunde ab. Wanderungen, Bergtouren, Klettern, Ski- und Schneeschuhtouren, auch 2 Biwaktouren waren dabei. Bei einigen Touren wurden zusätzlich Bergführer engagiert.

 

Jurawanderung

Von 2013 bis 2016 haben wir die ganze vordere Jurakette von Regensberg bis Nyon abge­laufen. Ella Gnehm hat die Touren organisiert. Die ersten Wanderungen wurden noch als eintägige Touren durchgeführt. Wegen der längeren Anreisen führten wir in der West­schweiz 2 bis 3 Etappen zusammen durch. Total waren es 17 Etappen. Für die meisten von uns war vorher der Jura als Wandergebiet unbekannt.

Urner Alpenkranz

In 40 Tagen führt der Urner Alpenkranz auf Wanderungen und Bergtouren rund um den ganzen Kanton Uri. Auch hier sind wir 2013 gestartet. Einzelne Etappen konnten als einfache Wanderungen durchgeführt werden, andere waren sehr anspruchsvoll auf dem Gletscher mit Steigeisen und Pickel (wie Uri-Rotstock / Oberalp­stock). Nebst bekannten Gipfeln haben wir auch hier Bergtouren gemacht, die wir ohne diese Idee wohl kaum ins Programm aufge­nommen hätten. Die letzten Etappen sind im August 2018 geplant.

Ausblick

Wie geht es weiter mit unserem Verein? Auch wir spüren die Überalterung wie viele Vereine.

Die Mitgliederzahl wird stets etwas kleiner. Erfreulicherweise haben wir auch Neueintritte, aber die jungen Kräfte fehlen. Trotzdem geben wir nicht auf. Wir machen weiter, solange wir können. Das Programm passen wir unseren Möglichkeiten an. Die Berg- und Skitouren weisen weniger Höhenmeter auf und die Wanderungen werden kürzer. So hoffe ich noch an vielen Anlässen der Naturfreunde Rüti-Tann-Bubikon mitmachen zu können.

Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken:

–          Allen Gästen und Vereinsmitgliedern, die am heutigen Fest teilgenommen haben.

–          Dem OK, das dieses Fest und alle Anlässe und Aktivitäten zum 100-Jahr Jubiläum vorbreitet und organisiert hat.

–          Allen Vorstandsmitgliedern, Tourenleitern, Internet-Betreuern, jenen, die Hausdienst machen im Sonnenberg-Haus, ja einfach allen, die einen Beitrag leisten zum Funktio­nieren von unserem Verein.

Beitrag: Jörg Rinderknecht / Paul Hintermann / Hanswilli Küng:

Umwandlung Naturfreund von alt auf aktuell!

So Hanswilli jetzt ziehen wir dich um, 100 Jahre vorwärts. So kannst du nicht mehr herum­laufen, da lachen ja alle über dich, sogar die Natur.

Komm zieh das Hemd mal aus, ahhh dein Hemd ist ja so lang, hast du alle zehn Jahre ver­längert? Oder war es zugleich ein Biwaksack? usw….

Wir ziehen das Hemd nach vorne, Hanswilli ist gebückt; nachdem das Hemd ausgezogen ist richtet sich Hanswilli auf und das T-Shirt mit „100 Jahre Naturfreunde“ wird sichtbar.

Wir heissen Hanswilli willkommen im 101 Jahr der Naturfreunde.